Therapeutisches Angebot des CJD Hochfranken

Therapeutisches Angebot
Im CJD Hochfranken - Sozialpädiatrisches Zentrum werden Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Erkrankungen und Störungen und speziellen Entwicklungsbedingungen ambulant betreut. Diagnose und Therapie erfolgen jeweils in Einzelterminen.
Ein wichtiger Grundsatz unserer Arbeit ist die umfassende Beratung der Sorgeberechtigten (in der Regel die Eltern) und der Patienten selbst (entsprechend ihrem Alter). Wir sehen die Eltern als die ersten Experten bzw. als diejenigen, die ihr Kind am besten kennen. Die Schilderung der bisherigen Entwicklung unserer Patienten durch ihre Angehörigen ist eine wichtige Quelle für das Verständnis der Situation. Fragen, welche die Eltern mitbringen, aber auch die Fragen der jungen Patienten selbst greifen wir auf. Wir wollen stets eine gemeinsame Sicht entwickeln. Fachbefunde und Behandlungsmaßnahmen verständlich zu besprechen ist uns ein großes Anliegen.
Zur Anmeldung für eine erste Abklärung füllen die Eltern bzw. Sorgeberechtigten einen Anmeldebogen aus, mit dem die Vorgeschichte und die abzuklärenden Fragen erfasst werden.
Für die Erstdiagnostik ist ein Überweisungsschein notwendig, der durch den behandelnden Kinder- und Jugendarzt, Neurologen oder Psychiater ausgestellt wird. Ist die Diagnose abgeschlossen, kann mit der Therapie begonnen werden.
Je nach Notwendigkeit und Bedarf wird das Kind/ der Jugendliche in regelmäßigen Kontrollterminen betreut. Falls nötig bieten wir eine mittel- und langfristige Begleitung der Entwicklung.
Nachfolgende Erkrankungen/Störungen werden im CJD Hochfranken - Sozialpädiatrisches Zentrum regelmäßig behandelt. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Diagnosen, die hier nicht alle genannt werden können.
- Schreikinder / Schreibabys (z.B. bei Regulationsstörung, postpartaler Depression der Mutter, u.a.)
- Chronische Krankheiten und deren Folgen (z.B. Asthma, Diabetes, Adiposititas, u.a.)
- Frühgeborenennachsorge (globale und spezielle Entwicklungsrisiken)
- Erkrankungen der geistigen Entwicklung (Intelligenzminderung, Teilleistungsstörung, u.a.)
- Verhaltensstörungen (Mutismus; oppositionelles Verhalten, Störung des Sozialverhaltens, u.a.)
- Orthopädische Erkrankungen (Skoliosen, Störungen der Skelettentwicklung u.a.)
- Erkrankungen der Haltung und Bewegung (sensorische Integrationsstörung, u.a.)
- Epilepsie, Anfallsleiden
- Störungen des Lernvermögens (Konzentrationsstörungen; schulische Fehlanpassung, u.a.)
- Aufmerksamkeitsstörungen (ADS)
- Psychosomatische Störungen (Schlafstörungen, Störungen in den autonomen Körperfunktionen, u.a.)
- Sprachentwicklungsstörungen (Dyslalie, Dysgrammatismus; Mund- und Schluckstörung, u.a.)
- Emotionale Entwicklungsstörungen (Angststörungen, Selbstwertprobleme, u.a.)
- Störungen der Persönlichkeitsentwicklung (Identitätsentwicklung, pubertäre Krisen, u.a.)
- Erkrankungen der Muskulatur (Muskeldystrophie; spinale Muskelatropie, u.a.)
- Erkrankungen/Störungen der Blasen- und Darmfunktion (Enuresis, Enkopresis, u.a.)
- Erkrankungen der Sensorik (Störungen des Hörens u/o des Sehens, Wahrnehmungsstörungen, u.a.)
- Genetische Erkrankungen (fragiles- X-Syndrom, Trisomie 21, u.a.)
- Erworbene, globale Entwicklungsstörungen (fetales Alkoholsyndrom, Bindungsstörung, Cerebralparese, u.a.)
- Tiefgreifende Entwicklungsstörung (Autismus, Ausimusspektrumstörung, u.a.)
- Risikofaktoren, kritische Lebensereignisse (Fremdunterbringung, Traumatisierungen, ‚broken home‘, u.a.)
In der Regel erfolgt als erstes eine ärztliche Anamnese mit Befragung und Untersuchung. Im Gespräch und mit Hilfe einer entwicklungsneurologischen Untersuchung erfasst der Arzt den Stand der Entwicklung und die genauer zu untersuchenden Aspekte der Entwicklung des Patienten.
Zum sozialpädiatrischen Standard gehört die psychologisch-testdiagnostische Untersuchung. Sie liefert wichtige Befunde zum Entwicklungsstand. Ebenso werden je nach Bedarf in der Erstdiagnostik auch spezielle Entwicklungsbereiche diagnostisch beleuchtet (Sprachentwicklung durch die Logopädie, Wahrnehmungs- und Bewegungsentwicklung bzw. spezielle Symptome in diesen Bereichen durch Physio- und/oder Ergotherapie).
Wie der Arzt führen die einzelnen Fachbereichsmitarbeiter ebenfalls Gespräche mit den Eltern und berichten über die von ihnen erhobenen Befunde.
Die Erstdiagnostik mündet in ein „Auswertungsgespräch“. Dabei werden alle erhobenen Befunde zusammengefasst und mit der Familie die weiteren Schritte besprochen.
Unser Ziel ist es, Entwicklungsauffälligkeiten zu überwinden oder zumindest abzumildern. Somit begeben wir uns mit unserer Diagnostik neben der Suche nach Ursachen immer automatisch auch auf die Suche nach nötigen und möglichen therapeutischen Hilfen und Lösungsschritten.
Wenn Therapien schon an anderer Stelle begonnen und durchgeführt wurden, greifen wir das bereits Erarbeitete auf und streben eine Optimierung der Therapie an. Wo Therapieperspektiven fehlen, entwickeln wir sie gemeinsam mit der Familie. Manchmal ist auch weniger (Therapie) mehr (Entwicklungsperspektive).
Verlaufskontrolle
Allen Patienten bieten wir grundsätzlich eine längerfristige Begleitung an. Wenn es sinnvoll ist, prüfen wir in größeren zeitlichen Abständen, wie sich unsere Patienten entwickelt haben und ob es Veränderungen/ Verbesserungen gibt. Diese Verlaufskontrollen erfolgen ca. alle 6 Monate.
Bei den Verlaufskontrollen klären wir auch ab, welche der von uns empfohlenen therapeutischen Hilfen oder welche sonstigen Faktoren günstig gewirkt haben. So erarbeiten wir eine immer bessere Basis für die Erklärung und die Verbesserung des ursprünglichen Entwicklungsproblems. Damit erreichen wir unser Ziel: eine echte Verbesserung der Entwicklungssituation unserer Patienten.
Mittel- und langfristige Begleitung der Entwicklung
Bei manchen unserer Patienten ist eine mittel- bis langfristige Zusammenarbeit sinnvoll. Mit den fest zugeordneten ärztlichen, psychologischen und therapeutischen Ansprechpartnern im CJD Hochfranken - Sozialpädiatrisches Zentrum entwickelt sich meist ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Diese Verbindung macht es möglich, heranwachsende Patienten kontinuierlich durch die verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung und Problematik hindurch zu begleiten. Dabei wird die Behandlung immer wieder den Erfordernissen und Gegebenheiten der persönlichen Entwicklung angepasst.